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NISM

Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora

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Das Projekt "Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora NISM" (1984-2017) hatte zum Ziel, die Verbreitung der Moosarten der Schweiz möglichst genau zu erfassen. Die ermittelten Verbreitungsangaben sollten nicht durch die Vorlieben der Kartierer für bestimmte Exkursionsziele geprägt werden, sondern die tatsächliche Verbreitung der Arten wiedergeben. Daher wurde eine standardisierte Kartiermethode gewählt. Daneben wurden Meldungen weiterer Funde aufgenommen (sogenannte "übrige Funde") und ältere Herbarbelege überprüft und erfasst. Bereits 1985 wurde eine digitale Datenbank eingerichtet, in der alle erhobenen Daten gespeichert und somit langfristig gesichert wurden. Mit zunehmendem Datenbestand entstand die Grundlage für das Nationale Datenzentrum der Schweizer Moose, welches aus dem NISM hervorging. Das NISM wurde 1984 begonnen und Anfang 2017 abgeschlossen. Bis Ende 2016 wurden gesamthaft 274'251 Datensätze erarbeitet, wovon etwa ein Drittel aus anderen Grossprojekten stammen (s. Herkunft der Daten). Heute werden das Nationale Datenzentrum Moose, die Kartierung der Moose der Schweiz und weitere bryologische Projekte unter dem Namen "Swissbryophytes" zusammengefasst.

Meilensteine

  • 1984 Projektbeginn als "Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora"
  • 1985 Einrichtung der Oracle-Datenbank, Aufnahme erster Fundmeldungen
  • 2003 die Datenbank enthält 100'000 Fundmeldungen
  • 2004 mit einem neuen Webauftritt wird der "Online-Atlas der Schweizer Moose" ins Leben gerufen; von nun an ist es möglich, die Daten öffentlich auf stets aktuellen Verbreitungskarten einzusehen
  • 2006 ein flächendeckendes Netz von Standardaufnahmen ist fertig, die standardisierte Kartierung wird beendet
  • 2007 der Name "Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora" wird in "Nationales Inventar ..." geändert, um die nationale Bedeutung der Datenbank und des daraus entstandenen Datenzentrums Moose Schweiz zu unterstreichen
  • 2017 das NISM wird für beendet erklärt, die Datenbank und die Aktivitäten des Datenzentrums Moose Schweiz werden unter dem Namen "Swissbryophytes" weiter betrieben

Trägerschaft

Das NISM stand von Beginn an unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Vereinigung für Bryologie und Lichenologie (SVBL, heute Bryolich). Aus den Reihen der Mitglieder wurde eine Kartierkommission gebildet, die das Projekt erarbeitet und begleitet hat. Mitglieder der ersten Stunde waren Klaus Ammann, Johannes Geibel, Patricia Geissler, Hans Huber, Hans Hürlimann, Walter Strasser, Edi Urmi und Heinrich Zoller. Die Projektleitung hatte Edi Urmi, der durch Patrica Geissler unterstützt wurde. Das Institut für Systematische Botanik der Universität Zürich (heute ISEB) wurde Sitz des Projekts und bot neben Infrastruktur und IT-Ressourcen auch personelle Unterstützung. Eine ebenso wichtige Rolle spielte das Bundesamt für Umwelt BAFU, welches das NISM über viele Jahre in unterschiedlichem Umfang finanziell unterstützt hat.

Entwicklung des Datenbestands in der NISM-Datenbank

Anzahl Funde
Jährlicher Datenzuwachs in der Datenbank des NISM von Anfang 1985 bis Ende 2016. Die Daten sind differenziert nach Standardaufnahmen (rot) und übrigen Funden vor (dunkelgrün) und seit 1984. In dieser Darstellung sind die Daten der externen Projekte Biodiversitätsmonitoring Schweiz und Wirkungskontrolle Biotopschutz nicht enthalten (s. Herkunft der Daten).
 

Publikationen im Zusammenhang mit dem NISM

Geissler P., 1988. Un inventaire des bryophytes de la Suisse. — Musées de Genève 288: 16–21.
Geissler P., 1998. Jahresbericht 1997 zum Naturräumlichen Inventar der Schweizer Moosflora. — Meylania 14: 28–31.
Geissler P., Urmi E., Schnyder N. 1998. Naturräumliches Inventar der Schweizer Moosflora NISM (Liste der Moose der Schweiz und ihrer Grenzgebiete). — In: H. Schneider & J. Paulsen, CD Schweizer Botanik '98. Botanisches Institut der Universität Basel, Basel.
Hofmann H., Schnyder N., 2010. NISM Jahresbericht 2009. — Meylania 44: 38–41.
Hofmann H., Schnyder N., 2012. NISM Jahresbericht 2011. — Meylania 48: 23–27.
Hofmann H., Schnyder N., 2014. NISM-Jahresbericht 2013. — Meylania 52: 44–46.
Hofmann H., Schnyder N., 2016. NISM-Jahresbericht 2015. — Meylania 57: 44–47.
Hofmann H., Schnyder N., Müller N., 2014. 30 Jahre Naturräumliches (Nationales) Inventar der Schweizer Moosflora. — Meylania 52: 47–58.
Geissler P., 1988. Kessler E., 1992. Überblick über die jüngste Entwicklung des Biotop- und Artenschutzes und über die Stellung des Naturräumlichen Inventars der Schweizer Moosflora (NISM) in der Naturschutzstrategie des Bundes. — Meylania 2: 23–26.
Müller N., 1996. Das neue NISM-Logo. — Meylania 11: 23.
Müller N., 1996. Jahresbericht 1995 des Naturräumlichen Inventars der Schweizer Moosflora und Ausblick auf 1996. — Meylania 10: 22–24.
Müller N., 1997. Jahresbericht 1996 des Naturräumlichen Inventars der Schweizer Moosflora und Ausblick auf 1997. — Meylania 12: 40–41.
Müller N., 1999. Jahresbericht 1998 zum Naturräumlichen Inventar der Schweizer Moosflora. — Meylania 16: 14–15.
Müller N., 2000. Jahresbericht 1999 zum Naturräumlichen Inventar der Schweizer Moosflora NISM. — Meylania 18: 25–26.
Müller N., 2001. Jahresbericht 2000 des Naturräumlichen Inventars der Schweizer Moosflora und Ausblick auf 2001. — Meylania 21: 20–22.
Müller N., 2002. Jahresbericht 2001 des Naturräumlichen Inventars der Schweizer Moosflora. — Meylania 23: 26–27.
Müller N., 2003. Jahresbericht 2002 des Naturräumlichen Inventars der Schweizer Moosflora. — Meylania 26: 23–24.
Müller N., 2004. Jahresbericht 2003 des Naturräumlichen Inventars der Schweizer Moosflora. — Meylania 29: 22–23.
Müller N., 2005. NISM Jahresbericht 2004. — Meylania 31: 36–37.
Müller N., 2006. NISM Jahresbericht 2005. — Meylania 35: 28–29.
Müller N., 2007. NISM Jahresbericht 2006. — Meylania 38: 16–17.
Müller N., 2008. NISM Jahresbericht 2007. — Meylania 40: 41–42.
Müller N., 2009. NISM Jahresbericht 2008. — Meylania 42: 44–45.
Schnyder N., 1995. NISM-Datenbank — neue Möglichkeiten zur Dateneingabe und -abfrage. — Meylania 8: 29.
Schnyder N., Hofmann H., 2011. NISM Jahresbericht 2010. — Meylania 46: 32–34.
Schnyder N., Hofmann H., 2013. NISM Jahresbericht 2012. — Meylania 50: 35–38.
Schnyder N., Hofmann H., 2015. NISM-Jahresbericht 2014. — Meylania 55: 31–34.
Urmi E., 1992. Verbreitungsdaten als Grundlage für Artenschutz bei Moosen. — Biological Conservation 59, 2-3: 185-190.
Urmi E., 1996. Welche Überraschungen bryofloristische Standard-Aufnahmen neben ihrem bekannten Nutzen noch zu bieten haben. — Meylania 10: 10–12.
Urmi E., 2002. L'inventaire des muscinées suisses, une cartographie comme une autre? — Mémoires de la Société Botanique de Genève 3: 15–20.
Urmi E., Geissler P., 1985. Inventory of Swiss Bryophytes. — Bryological Times 32: 3–4.
Urmi E., Schnyder N., 2007. Mapping bryophytes — a review. — Lindbergia 33: 40–54.

 
Autorin: H. Hofmann  5.2017