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Gefährdung und Schutz

Lebensräume

Hauptursache der Gefährdung für die Moose ist die Veränderung und der Schwund geeigneter Lebensräume. Spezialisten und seltene Arten sind dabei stärker betroffen als Generalisten und Arten, die weit verbreitet sind.

Trockenwiesen

Am stärksten von einem Rückgang betroffen sind Moose der Trockenstandorte. Diese Arten sind spezialisiert auf warme, trockene Standorte und haben kaum Ausweichmöglichkeiten. Verschwinden diese Standorte, z.B. weil sie nicht mehr extensiv genutzt werden, geht auch die dazu gehörende Flora verloren.

Landwirtschaftlich genutzte Flächen

Artenschwund
Einjährige Moose sind auf einen regelmässigen,
zeitlich angepassten Bodenumbruch angewiesen.
Im Bild Funaria fascicularis

In der Landwirtschaft sind es vor allem die intensivere, motorisierte Nutzung der Böden sowie Dünger- und Pestizideinsätze, die die Moose beeinträchtigen. Dazu kommen die Ausräumung und Meliorationen der Landschaft und der damit verbundene Verlust an kleinen Strukturelementen. Arten des offenen Landes, die meist in einem einjährigen Zyklus auf offenen Erdstellen wachsen, werden durch eine stärkere Nutzungsintensität oder durch einen sofortigen Umbruch von Äckern nach der Ernte bedrängt. Aktuelle Probleme sind auch die Nutzungsaufgabe in wenig rentablen Grenzertragslagen wie Alpweiden, Flachmooren oder steilen Hängen.

Wald

Der Wald beherbergt von allen Lebensräumen die meisten Moosarten und zeichnet sich durch den geringsten Anteil gefährdeter Arten aus. Faktoren, die die Moosvielfalt negativ beeinflussen sind naturfremde Monokulturen, standortsfremde Baumarten, Mangel an Totholz und die Tendenz zu allgemein dunkleren Wäldern.


Gewässer

Gewässer
Viele Fliessgewässer sind beeinträchtigt und
bieten kaum geeignete Lebensräume für
spezialisierte Wassermoose

Durch eine intensive Wasserwirtschaft und einseitige Bestrebungen um Hochwassersicherheit wurden viele Standorte von Wassermoosen degeneriert oder vernichtet. Dies betrifft vor allem Auenstandorte mit kiesigen Schwemmebenen, austrocknenden Tümpeln und anderen Strukturen mit wechselndem Wasserstand, aber auch Felsstandorte mit schnell fliessendem, ungetrübtem Wasser.

Moore

Moore beherbergen eine Vielzahl an spezialisierten Moosen und stellen deshalb ein wichtiges Biotop dar. Im letzten Jahrhundert wurde ein Grossteil der Flächen durch Torfabbau und Meliorationen zerstört. Die übriggebliebenen Moore sind nun zum grösstenteils durch gesetzliche Auflagen geschützt. Allerdings ist deren Fortbestand nicht gesichert, Düngung aus der Luft verändern die Konkurrenzverhältnisse für die an Nährstoffarmut angepassten Bewohner. In vielen Mooren ist die Gefahr einer Austrocknung durch ungünstige hydrologische Verhältnisse weiterhin vorhanden. Und da die Nutzung für die Bewirtschafter häufig nicht mehr interessant oder zu aufwendig ist, verbuschen viele Flächen durch die Nutzungsaufgabe und verwandeln sich in Waldflächen.


Autor: N. Müller  1.2011