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Das bearbeitete Gebiet

Der Boden

Geologie

Gesteins-Untergrund: 1 Kristalline Gesteine, fast durchwegs sauer verwitternd;
2 Sedimente der Alpen, heterogen; 3 mesozoische Sedimente des Jura,
meist Kalk; 4 Molasse des Mittellandes und des Jura, überwiegend kalkhaltig;
5 junge Formationen des Rheingrabens und der Po-Ebene.
Stark generalisiert nach einer Karte der swisstopo.

Die Geologie der Schweiz ist komplex. Die Gesteine als Ausgangsmaterial für Böden wechseln kleinräumig ab. Kristalline Gesteine wie Granit und Gneiss kommen nur in den Alpen vor, und ihre Verwitterungsprodukte reagieren meist sauer. Anders die Sedimente aus dem Erdmittelalter (Kalke, kalkhaltige Schiefer, etc.), die meist basisch bis neutral verwittern. Sie können aber teilweise oberflächlich entkalkt sein. Die im Mittelland dominierende Molasse besteht aus älteren Gesteinen der Erd-Neuzeit (Sandstein, Nagelfluh, Mergel) und enthält gewöhnlich viel Kalk. Abgesehen von höheren Bergen am Nordrand der Alpen ist sie allerdings weitherum von jüngeren Ablagerungen aus den Eiszeiten bedeckt. Wenig davon liefert saures Verwitterungsmaterial.

Böden

Aus diesen Gesteinen entstehen ganz verschiedene Böden. Diese reichen von warmen Böden der Südschweiz mit periodischer Trockenheit über Böden mit grossen Temperaturschwankungen in den Zentralalpen bis zu den kalten Böden der gesamten Hochalpen (Frei & Peyer 1984). Gesteins-Rohböden werden oft von Moosen dominiert. Auf stark vernässtem Moorboden bilden die oft herrschenden Torfmoose selber Torflager. Grössere Gebiete mit eigentlichem Moorboden gibt es nur in der Westschweiz.

Substrate

Ein gutes Drittel unserer Moose wachsen vorwiegend auf festem Gestein; etwas weniger sind typische Bodenmoose. Den übrigen steht im ganzen Land eine grosse Vielfalt an anderen Substraten zur Verfügung: Stämme und Äste von lebenden Holzpflanzen, totes Holz, grössere Moose und Flechten oder auch nährstoffreiche Zersetzungsprodukte von Tier-Exkrementen und -Kadavern. Auch künstliche Substrate wie Mauern oder altes Leder werden besiedelt. Selbst auf Gletschern, die etwa 1% der Landesfläche ausmachen, können Moose wachsen, gewöhnlich an Steinen, selten aber auch auf dem blanken Eis. Die Seen, mit mehr als 3% der Fläche, sind mit Ausnahme des Uferbereiches moosfrei. Nur drei Moosarten wachsen bei uns frei schwimmend im Wasser.

Literatur

Frei E., Peyer K. 1984: Böden. — In: Spiess E. et al. (eds.) 1981-1990. Atlas der Schweiz, 2. Ausgabe, Bl. 7a. Bundesamt für Landestopographie, Wabern-Bern.


 Autor: E. Urmi 1.2011