Arten suchen

Gefährdung und Schutz

Biotopschutz

Biotopschutz

Moose brauchen für ihr Überleben geeignete Lebensräume in genügender Grösse und Qualität. Der Vollzug der vorhandenen Biotopschutzmassnahmen ist wichtig für ihre Erhaltung. Die Ausscheidung von Biotopen von nationaler oder kantonaler Bedeutung und anderen Gebieten mit Schutzauflagen bilden eine wichtige Grundlage für den Moosbiotopschutz. Daneben sind alle weiteren biotopschutzrelevanten Anstrengungen zu begrüssen, die die Situation der Moose verbessern. So zum Beispiel die Einrichtung von Naturpärken und Naturwaldreservaten, Bestrebungen in der Ökologisierung der Land- und Wasserwirtschaft oder lufthygienische Massnahmen.

  • Gewässer Konkret besteht ein Defizit bei den frei fliessenden Gewässern. Die allermeisten Fliessgewässer wurden in ein künstliches Bett gezwungen und sind durch die Wasserwirtschaft in ihrer Dynamik stark eingeschränkt. Grossflächige Alluvionen fehlen vielerorts.
  • Äcker & Wiesen Die Moosflora der Äcker und Wiesen kann durch eine wenigstens teilweise Extensivierung stark gefördert werden. Auch Trockenrasen und -weiden und ihre Moosflora sind auf eine schonende Bewirtschaftung angewiesen.
  • Moore Die in den beiden Bundesinventaren aufgenommenen Moore geniessen einen guten Schutz. Trotzdem verlieren sie durch globale Einflüsse weiter an Qualität. Gefahr droht durch einen gestiegenen Nährstoffeintrag über die Luft und durch Nährstoffeinschwemmung aus angrenzendem, intensiv genutztem Kulturland, aber auch durch Nutzungsänderungen (Flachmoore) und weiterhin stattfindende, unzulässige Eingriffe.
  • Wälder Die Bewirtschaftung von Wäldern ist vergleichsweise gut und ökologisch orientiert. Infolge des schlechten Holzpreises wird heute aber zu wenig Holz geschlagen, der Wald wird zunehmend dunkler, was einige lichtbedürftige Arten zum Verschwinden bringt.
  • Epiphytische Moose haben es heute aufgrund der saubereren Luft gut, sie gedeihen wieder prächtig. Die hohen Stickstoff-Emmissionen, die als Dünger wirken, verstärken diesen Trend noch. Dadurch werden allerdings vor allem die dominanten Arten gefördert. Deshalb muss der Stickstoffeintrag über die Luft gesenkt werden.

 

Fast 40% aller Moose in der Schweiz stehen auf der Roten Liste und sind in ihrer Existenz bedroht. Nur intakte Lebensräume garantieren ihr Überleben.

 

Abbildungen

Oben: Freifliessende Gewässer mit typischen Schwemmebenen und einer spezialisierten Vegetation gibt es dank Renaturierungs-massnahmen in den letzten Jahren wieder vereinzelt.
Mitte: Moore sind als Biotope von nationaler Bedeutung gut geschützt, verlieren aber weiter an Qualität durch globale Einflüsse.
Unten: Lichte, gestufte Wälder sind für viele Moose wichtige Lebensräume.


Autor: N. Müller  1.2011