Geschichte der Bryologie in der Schweiz

Exsiccaten-Werke

Wartmann_Schenk
Faszikel aus dem Schweizerischen Kryptogamenkatalog von
Wartmann und Schenk (1882-1882). Quelle: ISEB, UZH

Kommerziell vertriebene Vergleichsherbarien

Abbildungen in Bestimmungsliteratur und Florenwerken waren wegen der hohen Herstellungs- und Druckkosten selten. Deshalb behalf man sich damit, gut bestimmte Belege als ganze Sammlungen zum Verkauf anzubieten. Man nannte solche systematisch zusammengestellten Schulungs- und Vergleichsherbarien „Exsiccaten“. Viele dieser so gesammelten Proben dienen uns heute noch als wichtige, gut dokumentierte Belege aus früherer Zeit.

 

 

 

Kneiff_Maerker
 Deckblatt und Faszikel aus dem Exiccatenwerk von Kneiff & Mærker
(1825-1832). Quelle: ISEB, UZH

Exsiccaten-Werke aus der Schweiz

Die für die Schweiz wichtigste Sammlung dieser Art, der Schweizerische Kryptogamenkatalog, wurde von Wartmann & Schenk (Faszikel 1 – 14), bzw. von Wartmann & Winter (Faszikel 15 – 18) herausgegeben. Die gesamte Herausgabe erstreckte sich von 1862 bis 1882. Sehr früh schon, von 1805–1807, erschien Schleichers „Plantae Cryptogamae Helvetiae exsiccatae“. Andere Exsiccaten-Werke, die sich nicht ausschliesslich auf die Schweiz beziehen, enthielten ebenfalls Belege aus unserem Florengebiet. So zum Beispiel „Musci europaei exsiccati“ von E. Bauer (1903–1936) oder „Hepaticae europaeae exciccatae“ von V. Schiffner (1901–1943). Kneiff & Mærker gaben von 1825–1832 eine Sammlung in 10 Faszikeln mit dem Namen „Musci frondosi quas in Alsatia, variisque Helvetiae et Germaniae partibus“ heraus. Auch in Gottsche & Rabenhorsts „Hepaticarum "europaearum exsiccata“ (1862–1879) finden sich einige Schweizer Belege.

 

Autor: N. Müller 5.2014