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Das bearbeitete Gebiet

Mittelland

Mittelland: Blick auf den Greifensee
(435 m ü. M., Gemeinde Maur, Kanton Zürich)

Das Schweizer Mittelland wird manchmal als Hochebene bezeichnet. Es sind aber Hügel, die das Landschaftsbild prägen, und einige Berge am Südrand erreichen Höhen von mehr als 1'000 m ü. M. Dieser Mittelland-Streifen zwischen Jura, Lac Léman (Genfersee), Alpen und Bodensee ist nirgends breiter als 65 km. Zehn weitere Seen sind wichtige Landschaftselemente.

Gesteine und Böden

Nagelfluh, Sandstein und Mergel sind, als feste Gesteine der Molasse, nicht eben häufig an der Oberfläche zu finden. Weitherum sind sie von lockerem jüngerem Gestein wie eiszeitlichen Moränen und Schotter bedeckt. Auf den Moränen gibt es da und dort erratische Blöcke (Findlinge). Da die meisten Gesteine wegen des hohen Kalkgehaltes basisch verwittern, sind kristalline Findlinge im Mittelland die wenigen Fundstellen gewisser Silikatmoose, z. B. Hedwigia ciliata. In den Tälern gibt es die jüngsten, nacheiszeitlichen Ablagerungen.

Klima

Das Klima des Mittellandes ist um die drei grössten Seen der Westschweiz etwas milder als im östlichen Teil. Die mittleren Niederschlagsmengen bewegen sich, ausser am Alpenrand, um 1'000 mm pro Jahr. Im nördlichen Teil gibt es häufig Nebel, und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. In den tieferen Lagen dauert die Schneebedeckung nur kurze Zeit, z. T. weniger als eine Woche im Jahr.

Vegetation

Wald nimmt ca. 20% der Fläche ein. Viele Forste sind naturferne Fichtenpflanzungen (Picea abies). Sonst herrscht weitherum die Buche (Fagus sylvatica) vor, teils mit Tanne (Abies alba) gemischt. In tieferen Lagen gibt es noch Laub-Mischwälder. Eigentliche Trocken-vegetation gibt es kaum. Halbtrocken-Rasen kommen lokal vor und sind durch Rodung und Beweidung entstanden.

Landnutzung

Die früheren Moore sind bis auf kleine Reste zerstört. Die Landwirtschaft beansprucht gegen die Hälfte der Gesamtfläche. In tieferen Lagen dominiert der Ackerbau, in höheren die Viehwirtschaft. Stellenweise ist die Landwirtschaft diverser, z. B. mit Obst- oder Weinbau. Bei einer Bevölkerungsdichte von mehr als 600 pro km2 nehmen Siedlungen etwa ein Fünftel der Fläche ein. Etwa halb so viel gilt als unproduktiv, obwohl die Seen, als grösster Teil davon, befischt werden.

Moose

Wenige Moose hat man bisher nur im Mittelland gefunden. Riccia canaliculata (nur ein Fundort am Genfersee, anscheinend ausgestorben) ist eines davon, Zygodon conoideus (drei Fundstellen in der Nähe des Zürich- und des Bielersees) ein anderes. Hingegen gibt es einige nicht seltene, die zwar in den Alpen und im Jura vorkommen, im Mittelland aber ganz oder fast ganz fehlen, z. B. Pseudoleskea plicata.


Autor: E. Urmi 1.2011